„Früher warst du das High-Potential. Heute bist du das Inventar.“

Dieser Satz eines ehemaligen Kollegen saß. Er tat weh. Nicht, weil er wahr ist, sondern weil er genau das Gefühl beschreibt, das viele von uns ab 50 beschleicht.

Da ist dieses Meeting, in dem über „Agilität“ und „Disruption“ gesprochen wird. Man selbst schweigt vielleicht einen Moment länger als die 25-jährigen Kollegen. Nicht, weil man nicht versteht. Nicht, weil man Angst vor Veränderung hat. Sondern weil man das Muster erkennt. Weil man weiß: Nicht jede Bewegung ist Fortschritt. Manchmal ist es nur Hektik.

Wir werden oft in die Schublade „Bewahrer“ gesteckt. Dabei ist das, was wir tun, oft viel wertvoller: Wir sind Übersetzer.

  • Wir übersetzen die Energie der Jungen in machbare Strategien.
  • Wir übersetzen technologische Hypes in echten Business Value.
  • Wir bleiben ruhig, wenn andere hyperventilieren.

Ich habe aufgehört, mich dafür zu entschuldigen, dass ich Dinge hinterfrage. Ich habe aufgehört, so tun zu wollen, als wäre ich ein „Digital Native“. Ich bin ein „Analog & Digital Veteran“. Ich kenne beide Welten. Und genau das macht mich in Krisenzeiten zum Anker.

Wir müssen aufhören, uns unsichtbar zu machen, nur weil wir nicht am lautesten schreien.

Hand aufs Herz: Wer von euch kennt dieses Gefühl, unterschätzt zu werden, weil man „zu ruhig“ oder „zu erfahren“ wirkt? Wie geht ihr damit um? Offensiv ansprechen oder durch Leistung überzeugen?